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Warum Zen-Meditation für Führungskräfte? Das gegenstandslose Meditieren ermöglicht eine deutlichere
Konfrontation mit der eigenen inneren Welt. Für Führungskräfte ist das
ebenso notwendig, wie das Zuhören oder Argumentieren zu erlernen.
Wer Schlag auf Schlag Karriere macht, glaubt gern, dass er alles bekommen kann, was er haben will. Er merkt gar nicht, wie er gehabt wird vom Erfolg, von der Macht, vom Geld und von den anderen, die ihn für ihre Zwecke instrumentalisieren.
Gesundheit, die mehr ist als die bloße Abwesenheit von Krankheit, heißt Beziehung zu den Dingen und zur Natur und zu den Menschen haben, auch zur eigenen Leiblichkeit, Geschmack am Leben finden, am Essen, die Sinne öffnen. Achtsam umgehen mit sich und den anderen und mit allen Dingen und mit allem, was man tut. Meditation ist kein Rückzug, sie führt nicht weg von der Welt, sondern auf sie zu. Meditation erdet und gibt Boden unter den Füßen. Offenbar ist die Zen-Meditation daher für Wirtschaftsleute besonders attraktiv.
Was wegfällt, ist die innere Abhängigkeit. Man ist nicht mehr auf die Erfolgserlebnisse angewiesen. Aber ein Manager wäre doch kein Manager, wenn er nicht Lust auf Erfolg hätte.
Viele Führungskräfte verspüren eine große innere Unruhe. Sie glauben, dass ihr Organismus das Tempo auf der Überholspur, das der permanente Umbau der Unternehmen von ihnen fordert, klaglos mitmachen muß. Zum anderen erlebe ich bei vielen Führungskräften immer deutlicher so etwas wie Gewissensangst – ein neues Phänomen. So wie sie selber oft heute noch nicht wissen, was sie morgen machen müssen, können sie auch ihren Mitarbeitern keine Berechenbarkeit mehr zusichern. Sie glauben deshalb im tiefsten Innern, ihre Leute zu belügen, wenn sie von denen die Loyalität fordern, die sie selber nicht anbieten.
Leistungsträger neigen dazu, ihre Angst zu verdrängen und sie unbewusst an andere weiterzugeben. Sie machen ihren Mitarbeitern Druck, kontrollieren sie im Übermaß und verbreiten dabei die Verunsicherung und Spannung, die sie für sich unterdrücken.
Der Mensch unserer Zeit spürt das innere Ungenügen der ihn bestimmenden weltlichen Ordnungen. Aus seinem wahren Wesen leidet er tiefer darunter, dass die Herrschaft der Formen des Denkens und Wirkens, mit denen er sein Leben in der Welt meistert, sein inneres Leben aushöhlt. Sich selber entfremdet, stockt sein innerer Atem. Schuldgefühle und Angst beherrschen ihn. Er weiß nicht warum und sucht den Ausweg. Zen rührt in uns das Eigentliche an, das als das ewig verwandelnde, erlösende und schöpferische Leben vor keinem Gewordenen halt macht und in keine feste Form gebannt werden kann. Zen schlägt die Tore auf ins Freie. Nähert man sich Zen als vorurteilslos Suchender, kann man erfahren, das Zen nicht nur Östliches ist, sondern in seiner Weise ausspricht, was auch die großen Geister des Abendlandes gewusst und auch gelehrt haben und was immer der schöpferisch erneuernde Urquell des Lebens war.
Zen ist Ermutigung, seine eigene Wesensart zu ahnen und zu verwirklichen. Der Geist des Zen-Praktizierenden ist leer, frei von Verhaltensweisen der Erfahrung und Routine, bereit anzunehmen, zu zweifeln, offen gegenüber allen Möglichkeiten. Es ist die Geistesart, welche die Dinge sehen kann, wie sie sind, die Schritt für Schritt das ursprüngliche Wesen eines jegliches Dinges erkennen kann.
Je mehr der Mensch seine Eigenständigkeit auf seine natürlichen Kräfte, insbesondere auf seine rationalen Gaben und auf sein technisches Wissen gründet, um so mehr wird er versucht sein, jede überweltliche göttliche Instanz als einem Kinderglauben zugehörig abzulehnen. Je mehr er sich aber auch in seiner Innerlichkeit von einer solchen trennt, um so sicherer wird sie ihn jenseits aller religiösen Begriffe und trotz aller Rationalität früher oder später, ob er will oder nicht, heim-suchen.
Die Gesellschaft der Neuzeit ist eine Leistungsgesellschaft geworden. In ihr kommt es darauf an, was der Mensch hat, kann und weiß, was er leistet und wie er sich seinen Mitmenschen gegenüber verhält. Die Frage nach dem, wer er ist und wer er zu werden bestimmt ist, bleibt unberücksichtigt. So wird sein Ganz-Mensch-sein-Können in zweierlei Weise gefährdet: er wird eingeschränkt im unverstellten Ausdruck seiner natürlichen Triebe und Wünsche; er wird in unserer Kultur aber zugleich auch getrennt von seinem natürlichen Wesen, von dem, was eigentlich den Geist des Menschen ausmachen und bestimmen sollte.
In unübersichtlichen Zeiten ist es das oberste Gebot, Gefühle zu reflektieren und die innere Balance zu finden. Wer seine natürlichen Angstgefühle als Führungskraft in neuen Situationen unterdrückt, neigt zu vorschnellen Entscheidungen. Er sucht nach bekannten, einfachen Lösungen und/oder Personen, die ihm subjektive Sicherheit geben und die Komplexität der Situation scheinbar verringern. Gerade in angespannten Situationen ist es aber notwendig, sich bewusst mental zu stabilisieren, um die eigenen Problemlösungsfähigkeiten zu verbessern, Zeit für Reflexion zu gewinnen.
Angst tötet Energie, sie kann krank machen oder abhängig von Tabletten und Alkohol, wenn man es nicht schafft, mit ihr umzugehen. 18 Mrd. DM kosten die Wirtschaft allein die durch Angst verursachten Fehlzeiten jährlich. Die Leistungseinbußen belaufen sich – gemessen an den ausgezahlten Bruttolöhnen – auf jährlich 70 Mrd. DM. Viele Firmen haben inzwischen verstanden, dass sie für die Befürchtungen ihrer Mitarbeiter sensibler werden müssen.
Wenn es Führungskräften nicht gelingt, in turbulenten Situationen die innere Balance zu finden, eigene Gefühle und Handlungsschemata zu erkennen und zu verarbeiten und dabei offen zu sein für eine reflektierte Selbstveränderung, verlieren sie langfristig ihre eigentlichen innovativen Problemlösungskompetenzen. Wenn sie aber ihre Balance finden, werden sie auch seltener unbeherrscht reagieren und können für ihre engsten Mitarbeiter ein wirkliche Vorbildwirkung haben.
Der Mensch wird nicht von Instinkten geleitet, sondern von den "Metawerten". Die Kraft, die aus dem Inneren kommt, hat eine teleologische Funktion, d.h. sie ist gerichtet. Sie ist die Grundkraft der ganzen evolutionären Bewegung in unserer Welt. Wer den Weg der Kontemplation oder des Zen geht, versucht, diese Kraft freizulegen.
Als reines Ideal, als Methode oder als innere Haltung passt die (Zen-Kontemplation), die "diesseitige Mystik" des Zen ausgezeichnet in die bürokratische-individualistische Ordnung der heutigen Welt. Seine kühle Selbstdisziplin entspricht in idealer Weise der Ausbildungs- und Berufsdisziplin, welche die oberen Ränge der Arbeitswelt kennzeichnet.
Zunehmend mehr Leistungsmenschen fühlen sich von Meditation angesprochen. Das Interesse kommt nicht von ungefähr. Die Anforderungen sind hoch wie nie – fachlich wie persönlich. Gesund und leistungsfähig sollen Führungskräfte sein, offen und flexibel, charismatisch und durchsetzungsstark. Die gewünschten Qualitäten für den Spitzenjob wechseln so schnell wie die Mode. Wer sich ständig nach wechselnden äußeren Messlatten verbiegen will, schwächt sich und verliert allmählich den Kontakt zu sich selber.
In 20 Jahren – so schätzen Fachleute – werden nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen Angstneurosen und Depressionen die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit sein.
Der wichtigste Augenblick ist immer die Gegenwart. Der wichtigste Mensch ist immer der, der Dir gerade gegenübersteht. Das notwendigste Werk ist immer die Liebe.
Übe volle Konzentration auf das JETZT Tag für Tag, Stunde für Stunde! So werden Achtsamkeit, Kraft und Können gleichzeitig immer größer.
Zen gibt Kraft für Neues.
Zen ist die Fähigkeit, den Geist für die Wunder des Daseins zu öffnen. Es ist ein Gespür dafür, dass zum Leben viel mehr gehört, als wir gewöhnlich erkennen, dass wir nicht auf die engen Perspektiven beschränkt bleiben müssen, die uns unsere Familie, unsere Gesellschaft und unser gewohntes Denken gezogen haben, dass das Leben viele Schichten, Tiefen, Strukturen und Bedeutungen kennt, die weit über unsere üblichen Überzeugungen und Begriffe hinausgehen.
Ich glaube, dass die grundlegende Alternative des Menschen die Wahl zwischen Leben und Tod ist. Bei allem, was der Mensch tut, muß er diese Wahl treffen. Bei der Wahl ist er frei, allerdings nur in begrenztem Maß. Es gibt zahlreiche günstige und ungünstige Bedingungen, die ihn beeinflussen: seine psychologische Konstitution, die speziellen Bedingungen der Gesellschaft, in die er hineingeboren wurde, seine Familie, seine Lehrer und die Freunde, denen er begegnet und die er sich auswählt. Es ist seine Aufgabe, seinen Raum der Freiheit zu erweitern und sich um Bedingungen zu bemühen, die zum Leben und nicht zum Tod führen. Mit Leben und Tod meine ich keinen biologischen Zustand, sondern einen Zustand des Seins, in dem die Art der Beziehung zur Welt zum Ausdruck kommt. Leben bedeutet ständige Veränderung, immerwährende Geburt. Tod bedeutet Aufhören des Wachsens, Verknöcherung, Wiederholung. Es ist das traurige Los vieler Menschen, dass sie keine Wahl treffen. Sie sind weder lebendig noch tot. Das Leben wird ihnen zur Last, zu einem ziellosen Unterfangen, und ihre Geschäftigkeit ist eine Schutzmaßnahme gegen die Qual, ein Schattendasein zu führen.
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Krankheit kein ausschließlich körperliches Phänomen ist, sondern eng mit psychischen und mentalen Denkmustern in Zusammenhang steht. Andere Untersuchungen zeigen, dass Meditation einen positiven Einfluß auf die Gesundheit hat, indem sie Streß ausgleicht und zu einem tieferen Verständnis des Lebens führt. Die Meditation verbindet den Menschen mit seiner Seele und dadurch mit seiner inneren Kraftquelle. Letztlich geht jede Heilung, mental, emotional oder physisch, von dieser Ebene aus. Heilung ist ein spiritueller Vorgang: Kommt die Seele zu sich selbst, harmonisiert dies alle Ebenen. Geist, Emotionen und Körper kommen ins Gleichgewicht, was die eigentliche Voraussetzung für Gesundheit ist. Dies führt nicht nur zu einem entspannten Zustand, der einen stabilen Gleichmut erlaubt, sondern auch zu tiefer innerer Erfüllung und Liebe.
Wir leben in einer Welt der Angst: Angst vor der Zukunft, Angst vor den anderen, Angst vor der Außenwelt, Angst vor dem Versagen. Heutzutage zeigt sich die Angst in einer ständigen Beklemmung, die den Elan des Lebens bricht. Sie ist der Ursprung von zahlreichen Krankheiten. Der Grund für die Furcht und Ängstlichkeit ist das Haften an sich selbst und an den Dingen des Lebens. Durch die regelmäßige Praxis von Zazen, durch das Loslassen, verschwindet dieser ängstliche Zustand. Wenn der Geist ruhig ist, wird alles ruhig. Während Zazen ist es möglich, die Emotionen und Ängste zu beobachten, wie Blasen, die an die Oberfläche eines Flusses steigen. Der Geist wird zum einzigen gegenwärtigen Moment zurückgebracht; er wird wie der weite Ozean, dessen Tiefe nichts erschüttern kann. Die meisten Ängste sind eingebildet und entsprechen keiner realen und unmittelbaren Gefahr.
Wenn ihr die Faust geschlossen lasst, erhaltet ihr nur einige Sandkörner. Wenn ihr aber die Hände öffnet, erhaltet ihr allen Sand der Wüste.
Wahre Kunst verbirgt sich nicht in der Schönheit des Gemäldes, sondern in dem Akt des Malens...Zen-Kalligraphie ist exakt das.
Seit der Renaissance hat sich der Mensch definiert als der denkende Mensch und nicht mehr als der lebende Mensch....., aber der lebende Mensch ist genau das, was man im Zazen findet.
Immer mehr Menschen erkennen, daß sie ihrer Intuition zu folgen haben und sich auf den Weg machen müssen, um tiefere Erfahrungen zu gewinnen. Aber es gehört in unserer Gesellschaft immer noch ein gewisser Mut – um nicht zu sagen eine Portion Narrheit – dazu, sich auf einen solchen Weg zu begeben. Und doch erkennt mancher, dass es gefährlich ist für den Menschen, wenn wir weiterhin abgetrennt von unserem wahren Selbst zu leben versuchen.
Achtsamkeit ist wohl die schwerste, aber auch wichtigste asketische Übung. Sie ist eine ständige Unterbrechung der Ichbefriedigung; denn der achtsame Mensch fließt nicht mehr mit dem Strom der Gewohnheit und lässt seinem Bewusstsein nicht den willkürlichen Lauf, der ein Vordringen in die Tiefe verhindern würde. Mit der Übung der Achtsamkeit werden wir in unser tiefes, wahres Selbst – also weg vom Ich – geführt und so nicht mehr von egoistischen Denkweisen beherrscht.
Was wir unser Ich nennen ist nicht anderes als der Schnittpunkt unserer Gedanken, Gefühle, Begierden und Emotionen. Der Weg der Kontemplation lehrt uns, die Identifikation mit diesen Äußerungen unserer Psyche zurückzunehmen. Eine Kränkung ist dann z.B. noch da, die Aggression plagt uns noch, aber wir nehmen Abstand von diesen Regungen. Der Übungsweg hilft uns, auf eine Ebene zu gelangen, auf der die Fixierung an Gedanken oder Gefühle aufgehoben wird. Die Angst kann auf der Ichebene also durchaus weiterexistieren, Wut kann mich weiter plagen, aber ich erfahre, dass mein eigentliches Wesen sehr viel tiefer liegt und von all dem nicht erschüttert werden muß. Ich lerne, Gefühle zuzulassen und zu haben, ohne von ihnen besetzt oder blockiert zu sein. Wir dürfen nichts verdrängen. Was da ist, ist da. Schau hin, akzeptiere es, laß es kommen. Befreunde dich mit der Angst und der Wut! Sie gehören zu dir. Du schneidest dir ja auch nicht die Zehe ab, wenn sie dir weh tun. Versuche es einmal mit Traurigkeit: Nimm sie an, aber wälze dich nicht in ihr. Mach nichts besonderes daraus. Sag "Ja" zur Angst, zur Traurigkeit. Wenn wir sie verdrängen, kommen sie mit einem ganz anderen Gesicht, etwa als Aggression, als Stolz, ja vielleicht sogar als Tugend, die uns eine Zeitlang täuschen kann. Alles, was wir sein lassen können, hat die Tendenz, ins Angenehme überzuwechseln. Wogegen man sich aber wehrt, das packt einen.
Der einzige Weg, wirklich herauszukommen, ist, genug Selbstwertgefühl zu entwickeln, das unabhängig macht vom Verhalten anderer. Aber Selbstwertgefühl kann man nicht machen. Es muß wachsen. Je mehr wir Zugang finden zu unserer tieferen Existenz, um so unabhängiger werden wir von den oberflächlichen Emotionsstürmen.
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