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FAZ vom 27.3.2000

Hans Wielens

Seine offizielle Verabschiedung im Gebäude der Muttergesellschaft hat zu ihm gepasst: Am Bankenplatz Frankfurt wird bei solchen Anlässen gewöhnlich weder ein eigens für Flöte komponiertes Werk mit dem Titel "Zen-Melodies" erstaufgeführt, noch hält in der Person von Hans Küng ein Professor der Theologie eine Festrede über "Globalisierung erfordert ein globales Ethos". Doch bei der Verabschiedung von Hans Wielens, bislang Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank
Bauspar AG, Frankfurt, in den Ruhestand irritiert ein solcher äußerer Rahmen überhaupt nicht. Denn Wielens, am 8. Dezember 1939 im katholisch-westfälischen Alstätte geboren, hat oft genug anders gedacht und vor allem auch anders gehandelt, als es traditionellen Erwartungen entsprochen hätte. Er hat sich als ein Mann ausgezeichnet, der in die lange Zeit eher als beschaulich arbeitende Bausparbranche frischen, gelegentlich sogar stürmischen Schwung gebracht und Anstöße über seinen engeren Berufsbereich hinaus vor allem auch in der Kunst gegeben hat.

Das Bankgeschäft kennt er seit seiner Lehrzeit bei der Spar- und Darlehnskasse in seinem Geburtsort. Er hat dann das Abitur nachgeholt, Betriebswirtschaftslehre in Innsbruck, Berlin und Münster studiert und promoviert. Er ist Ende der sechziger Jahre, als er in die Geschäftsleitung der Landesbausparkasse Münster berufen wurde, zum Bausparwesen gestoßen, das dann seine ganze Begeisterungsfähigkeit geweckt hat.

Erfahrungen in anderen Finanzsparten hatte er zuvor in verschiedenen Kreditinstituten und später, Anfang der achtziger Jahre, als Sanierer der Deutschen Anlagen Leasing sammeln können. Als die Deutsche Bank 1987 die Eröffnung einer eigenen Bausparkasse bekannt gab, gehörte Wielens, damals schon Honorarprofessor der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, dem Vorstand des neuen Instituts an. Der Vorstandsvorsitz wurde ihm 1991 übertragen.

Im Ruhestand will sich Wielens für die Gründung einer Europäischen Zen-Akademie für Führungskräfte einsetzen.

Erl.

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