Presse über uns Auf Sinnsuche – Zen für Manager Von Susanne Benker Stress, Fusionen, Intrigen und Machtkämpfe werden von vielen Führungskräften als typische Zeichen unserer Zeit gesehen. Die Frage nach dem Sinn wird laut, wenn die hart erarbeitete Karriere mit einem Mal wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt.Aber das ist alles nicht neu. Die Zeit der Samurai im elften Jahrhundert war ebenso geprägt von extremer Instabilität, Intrigen und Fusionen von Herrscherhäusern. Damals wie heute waren Machtspiele an der Tagesordnung. Die Samurai spielten eine zentrale Rolle beim Kampf der vielen Regionalherrscher um Einfluss und Land. Um sich in Höchstform zu bringen, praktizierten die japanischen Elitekrieger die Kunst der Zen-Meditation.Status ist nicht alles Auch heute üben sich immer mehr Führungskräfte in der Meditation. Geplagt von chronischem Stress, unerklärlichen Kopfschmerzen und Herzbeschwerden spüren sie, dass Status und Spitzengehalt nicht alles sind.In Zen-Seminaren und Exerzitien suchen die Manager neue Orientierung. "Für die meisten Menschen ist der Weg zur Zen-Meditation ein Leidensweg. Bei mir war das nicht anders", erinnert sich Hans Wielens, Ex-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank Bauspar AG und Gründer der Europäischen Zen-Akademie für Führungskräfte. Wielens kam durch einen Zufall zu Zen. "Ich las ein Buch von Hugo Lasalle, der vom Jesuiten-Orden zur Mission nach Asien geschickt worden war. Lassalle spricht von Zen als ‚dem alpinen Weg zu Gott’ und sorgte dafür, dass Zen von Rom als christliche Meditationsmethode anerkannt wurde. Das hat mich sehr berührt. Ich war vorher der Meinung, man müsse Buddhist werden, was ich als Katholik nicht wollte. So lernte ich die erste Lektion des Zen, nämlich genau hinzuschauen, bevor man urteilt."Paul J. Kohtes, Gründer der PR-Agentur Pleon Kohtes Klewes, wollte herunterkommen von der Managerkrankheit. "Durch persönliche Krisen wächst die Bereitschaft zu einer radikalen Neubestimmung der eigenen Identität. Die ist, nicht nur im Zen, unerlässlich, um sich vom Zwang der konventionellen Denkmuster befreien zu können", sagt er. Der Weg nach innen hat ihn bereichert: "Ich bin gelassener geworden und kreativer und kann mein Leben intensiver genießen." Kohtes ist inzwischen selbst als Zen-Lehrer tätig.Der Weg zur Inneren Form "Zen ist der Weg der Samurai zur Gewinnung der Inneren Form", schreiben Bernd Linder-Hofmann und Manfred Zink in ihrem Buch "Die Innere Form - Zen im Management". Es geht darum, zusätzlich zur äußeren Form, den Managementtechniken und -fertigkeiten, die Innere Form zu gewinnen, um glaubwürdig führen zu können. Das bedeutet, dass Führende zuerst lernen müssen, sich selbst zu führen. Beim Sitzen in der Stille, dem Zazen, üben sich die Manager darin, ihre Innere Form zu erreichen. Doch aller Anfang ist schwer. "Wenn man sitzt, geht es darum, zur Ruhe zu kommen, tief in den Bauch zu atmen und nicht bewusst zu denken. Dieses Nicht-Denken ist sehr schwierig. Das Gehirn scheint sich dagegen zu wehren, zur Ruhe zu kommen", erklärt Wielens, "aber wenn man diesen Punkt überwunden hat, spürt man die Welt und die eigene Position plötzlich auf eine andere Art. In der Stille der Meditation wird man mit dem eigenen Ich konfrontiert. So entstehen Freiräume, in die Neues einströmen kann." Meditation wirkt auf Körper und Geist Meditation wirkt sich auf Körper und Geist aus, was auch wissenschaftlich belegt ist. So können bestimmte Gebets- und Meditationsformen Wunder wirken, zumindest auf das Herz- und Kreislaufsystem. Wer regelmäßig Gebete oder meditative Mantras spricht, verlangsamt seine Atemfrequenz und stärkt dadurch Herz und Lunge. Zu diesem Ergebnis kamen die italienischen Wissenschaftler Luciano Bernardi und Kollegen 2001 in ihrer vergleichenden Studie über den Einfluss von rhythmischen Sprachformeln auf das Herz-Kreislauf-System. Wissenschaftlich erwiesen ist auch, dass kreative Tätigkeiten wie Musizieren, Meditation und Entspannung unterstützende Wirkung auf das Zusammenspiel der rechten und linken Gehirnhälfte haben. Die Dominanz der linken Hemisphäre, in der Worte und Logik herrschen, wird zugunsten der rechten Seite des Gehirns ausbalanciert. Diese intuitiv-kreative Seite ist zuständig für die Synthese und fördert das ganzheitliche Denken.Loslassen können verringert den Stress Das Meditieren wirkt sich unmittelbar auf die Arbeit aus, wie Wielens aus eigener Erfahrung weiß: "Erstens tut man die Dinge nicht mehr nur, um einen Effekt zu erzielen. Man diskutiert anders, hört viel intensiver zu. Man erlangt die Fähigkeit, Gegensätze und Widersprüche zu ertragen, um daraus später eine Synthese zu bilden."Auch der Umgang mit Stress und mit Gefühlen verändert sich nach seiner Erfahrung. "Hass oder Ärger werden nicht mehr verdrängt, nur um nach außen hin ausgeglichen zu erscheinen. Man erhält die Kraft, Prioritäten zu setzen und Wichtiges vom Unwichtigen zu unterscheiden." Den richtigen Lehrer finden Führungskräften, die auf der Suche nach einem seriösen Zen-Lehrer sind, empfehlen Linder-Hofmann und Zink, auf langjährige Erfahrung besonders im Zen-Training mit Führungskräften zu achten, auf den Nachweis der Meisterschaft des Lehrers und vor allem auf die Umsetzung der Essenz des Zen für europäische Führungskräfte.
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