PresseInfo Wirtschaftsethik gewinnt wachsende Bedeutung In der Wirtschaft steigt die Tendenz, sich mit dem Thema Werte und Ethik auseinander zu setzen. Die Ereignisse des 11. Sept. haben das nicht verursacht, wohl aber verstärkt. Das Deutsche Netzwerk für Wirtschaftsethik vergibt seit einigen Jahren einen Ethik-Preis an Wirtschaftsunternehmen, die ihre Geschäftspolitik auf die nachhaltige Förderung ethischen Verhaltens und Handelns in und durch diese Unternehmen ausgerichtet haben. Als Prüfkriterien dienen die Prozesshaftigkeit (wurde ein die Unternehmensethik fördernder Prozess ernsthaft eingeleitet und gelebt?) und die Nachhaltigkeit (wurden strukturell wirksame unternehmensethische Projekte und geschäftspolitische Maßnahmen eingeleitet?) In der Schweiz wurde gerade vom Lassalle-Institut (www.lassalle-institut.org) eine „Ethik-Bilanz der Schweizer Wirtschaftsunternehmen" vorgelegt. Auf der Tagung kommentierte Roger de Weck das Verhalten der Wirtschaft, indem er unterstellte, Ethik-Papiere würden in Unternehmen immer dann verfasst, wenn sie nachhaltig gegen ethische Grundsätze verstoßen hätten. Er meinte, in den Chefetagen viele „Seelenkrüppel" ausmachen zu können, für die es verpönt sei, eigene Emotionen zu zeigen – weil man ihnen diese als Schwäche auslegen könne -, die aber hemmungslos Emotionen in der Kunden-Werbung einsetzten. Die Gründer des Lassalle-Instituts, die Psychologin Pia Gyger und Jesuitenpater Niklaus Brantschen vertraten aufgrund der Ergebnisse der Studie die Meinung, dass in der Wirtschaft zunehmend erkannt werde, Ethik dürfe nicht mehr mit der Frage verwechselt werden, wie man in der Öffentlichkeit ungeschoren davon kommen könne. In der Studie hätten knapp 60 % der teilnehmenden Manager Ethik als „Handeln nach humanistischen Prinzipien" bezeichnet, 50 % votierten für die Antwort „dem eigenen Gewissen folgen" (bemerkenswert sei dabei, dass TOP-Manager diese Aussage zu 68 % und Personalmanager zu 33 % getroffen hätten). Nur 10 % kreuzten „religiöse Grundsätze" als für ihr ethisches Verhalten ausschlaggebend an. Im April diesen Jahres finden in New York und in Münster (Westfalen) weitere wichtige Veranstaltungen zum Thema Ethik statt. In New York vom 21. – 23. April eine Weltkonferenz unter dem Titel "Spirit in Business" (www.spiritinbusiness.org) , in der es u.a. darum geht, neue ethische Richtlinien für Unternehmen zu entwickeln. Führende Experten sprechen über eingetretene Änderungen und künftige Notwendigkeiten. Professor William Mc Lennon von der Harvard Business School meint dazu: „Wir sehen ein wachsendes Bedürfnis der Führungskräfte danach, die spirituelle Dimension ihres Lebens in Einklang zu bringen mit ihrer Arbeitswelt". Auch Business Week sieht den stärksten Wirkungsfaktor für eine neue Nachdenklichkeit in der Wirtschaft darin, dass die Beachtung der Spiritualität sich nicht nur positiv auf die Psyche der Führungskräfte auswirkt, sondern auch die Grundlage für eine höhere Kreativität und Produktivität der Unternehmen sein kann. Das Münsteraner-Symposium „Führung – Ethik – Meditation", veranstaltet von der Europäischen Zen-Akademie für Führungskräfte, findet am 15./16. April in der Katholischen Akademie statt und hat das Ziel, die Führungskompetenz der Manager zu verbessern. Dabei geht es nicht um das Thema Sollen und Müssen, sondern um die Vermittlung der Einsicht in die Gesamtzusammenhänge. Professor Michael von Brück von der Universität München wird über das Thema „Person, Personalentwicklung und –führung im Kontext spiritueller Praxis" sprechen, Kenneth Leong, Risk-Manager der New Yorker Firma Con-Edison, über „Ethics in Business", Paul J. Kohtes, der Gründer der Düsseldorfer PR-Agentur Kohtes & Klewes, über „Vom Öffentlichkeitsarbeiter zum Innerlichkeitsarbeiter – Bedeutung der Identität von Managern". Dr. Wilfried Guth, langjähriger Vorstandssprecher und Aufsichtsratsvorsitzender der Deutsche Bank AG wird mit den Teilnehmern über „Erfahrungen mit werte-orientierter Führung" diskutieren. Frau Dr. Anna Gamma vom Lassalle-Insititut wird über die Ergebnisse der „Ethik-Bilanz der Schweizer Wirtschaft" informieren. Nach Auffassung von Professor Hans Wielens, dem Gründer der Zen-Akademie und langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank Bauspar AG, werde sich in der Wirtschaft die Erkenntnis durchsetzen, dass die Beachtung ethischer Fragen eine wichtige Voraussetzung sei für das Funktionieren der Kooperation in einer vernetzen Wirtschaft. Ob ein Unternehmen erfolgreich und innovativ sein werde und Spitzenleistungen erbringe – so Hans Wielens – sei nicht zufällig, sondern abhängig von der Mentalität und dem Verhalten der Führung. Der zunehmende Wettbewerb und die Schnelligkeit der Veränderungen führten leider häufig zu Druck und Ängsten, die von den Führungskräften an die Mitarbeiter weiter gegeben würden. Spitzenleistungen würden jedoch eine Vertrauenskultur, die Schaffung einer Unternehmenskultur der Exzellenz und die innere Sicherheit der Führungskräfte erfordern. Die Meditation könne für Führungskräfte hilfreich sein, ihre innere Sicherheit und ihren inneren Kompass zurückzufinden.
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